Samstag, 13. Oktober 2012

Preise für Mallorca Immobilien stabilisieren sich


Wenn ich früher mal meinte, eine sichere Prognose für die Preisentwicklung in meinem Markt abgeben zu können, so werde ich mich nach den Erfahrungen der letzten Jahre hüten, etwas Derartiges heute zu tun.
Als im September 2001 die Twin-Towers in Manhattan einstürzten, hatte das zur Folge, dass viele Menschen zögerten, den vorher bereits geplanten Kauf einer Immobilie auf Mallorca durchzuziehen. Ein amerikanischer Staatsbürger, der im Management eines deutschen Autokonzernes beschäftigt war, ließ unter Einwirkung dieses Schocks gar seine Kaufoption verfallen, obwohl er nicht wenig Geld dabei verlor. Es gab nicht wenige Menschen, die bereits vereinbarte Besichtigungen absagten, weil sie nicht mehr in ein Flugzeug steigen wollten, wenn es nicht unbedingt sein mußte.
Der Schock von 2001 führte in meinem Betrieb kurzfristig zu einem deutlichen Rückgang der Kundenfrequenz und damit auch der Kaufabschlüsse. Nach einigen Monaten normalisierte sich die Situation wieder und das katastrophale Ereignis hatte keinerlei Auswirkungen auf die Entwicklung der Immobilienpreise auf Mallorca. Diese kannten in diesen Jahren ohnehin nur eine Richtung – nach oben.

Damals konnte sich wohl kaum ein Mensch vorstellen, dass es eine Zeit geben wird, in der Großbanken insolvent werden oder nur durch gigantische Finanzhilfen davor bewahrt werden können. Man konnte sich schon gar nicht vorstellen, dass reihenweise Staaten in ernsthafte Finanzkrisen geraten werden und nur internationale Hilfsmaßnahmen das Schlimmste verhindern.

In Europa konzentrierte sich bald alles auf die Staatsverschuldung in Griechenland, aber neben Irland und Portugal rückte schon bald Spanien in den Focus. In Spanien war in den Jahren davor eine gigantische Immobilienblase entstanden. Überall schossen neue Wohnbauten in die Höhe. Besonders krass war diese Entwicklung auf dem spanischen Festland. Aber auch auf Mallorca in den Außenbezirken von Palma, je selbst in Kleinstädten wie Llucmajor oder Campos, wurden innerhalb von zwei Jahren mehr Neubauwohnungen errichtet, als in den letzten Jahrzehnten zusammen.

Was war passiert ? Waren plötzlich die Profis der Immobilienwirtschaft alle verrückt geworden, soviel auf Vorrat zu bauen?  Eine Antwort auf diese Frage  kann ich nicht geben, Fakt ist aber, dass durch den enormen Anstieg der Immobilienpreise auch die Renditeerwartungen in den Himmel gestiegen waren. Es war der Finanzsektor, der hemmungslos Gelder für all diese Bauvorhaben zur Verfügung stellte, sie in hübsche Investitionspakte verpackte und in alle Welt verscherbelte. Heute liegen nicht wenige dieser verbrieften Hypotheken als sogenannte „faule Kredite“ in den Tresoren der Banken.

Entgegen der heute weitverbreiteten Meinung, dass der Finanzsektor an allem schuld ist, sollte man nicht vergessen, dass die treibende Kraft auch hier die Gier des Menschen ist, in diesem Fall der Anleger, die angesichts traumhafter Renditeerwartungen und Versprechungen jede Vorsicht vergessen. Keine Bank würde Finanzprodukte dieser Art anbieten, wenn die Anleger sie nicht kauften, weil Sie die Erkenntnis beherzigen, dass sehr hohe Renditeerwartungen gleichzeitig auch ein sehr hohes Risiko bedeuten.

Nun ist Sie aber mal da, die spanische Immobilienblase und sie ist gigantisch groß. In Spanien wurden zehntausende Wohnungen gebaut, die im Moment  keiner braucht und es wird meiner Meinung nach wohl ein Jahrzehnt oder länger dauern, bis der Markt dieses gigantischen Überangebotes an Wohnraum aufgenommen hat.  Wohnraum für wen ? Im Trubel der Ereignisse haben fast alle mehr oder weniger informierten  Journalisten und auch fachlich kompetente Wirtschaftsfachleute versäumt, sich diese Frage zu stellen.  Stellt man sie, ist die Antwort sehr einfach.  Die spanische Immobilienblase ist ausschließlich bei städtischem Wohnraum entstanden. Zielkunden waren und sind hier die einheimischen Käufer in den Wohngebieten der Städte auf dem spanischen Festland aber auch in den Städten auf Mallorca.

Bei den Immobilien an den Küsten Mallorcas, wie wir sie unserem internationalen Kundenkreis anbieten, gab es zu keiner Zeit und gibt es auch nach einigen Jahren Finanzkrise keinen Überbestand.
Durch die Verunsicherung der Käufer über die weitere Entwicklung kam es aber  in den ersten Jahren der
Finanzkrise < http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkrise_ab_2007 > zu einem leichten Rückgang der Verkäufe, der schließlich dazu führte, dass die Preise auch für unsere Mallorca Immobilien nach unten bereinigt wurden.

Wenn man wie ich hunderte Immobilien eines Marktes im Angebot hat, fühlt man gewissermaßen den Pulsschlag dieses Marktes. Noch vor einem Jahre waren die von den Eigentümern oder Kooperationspartner eingehenden Anweisungen oftmals in der Art wie „setzen Sie bitte den Kaufpreis auf …€ herunter !“

 Diese Anweisungen sind praktisch fast zum Stillstand gekommen. Stattdessen nehmen wir heute mehr und mehr Immobilien aus dem Angebot weil sie verkauft sind - Tendenz steigend.

Der Bedarf an Neubauimmobilien auf Mallorca für den Binnenmarkt und den internationalen Markt lag in den letzten 20 Jahren etwa bei 8.000 bis 10.000 Wohneinheiten pro Jahr. Davon waren wohl etwa 2.000 Wohneinheiten für den internationalen Markt. Durch die Auswirkungen der Krise wurde in den letzten Jahren auf Mallorca so gut wie nichts gebaut, aber es wurde immer verkauft. Wenn die Bauträger und Bauunternehmer wieder aus der Lethargie erwachen und wieder Planungen machen und Bauanträge stellen, vergehen einige Jahre bis die ersten Neubauten bezugsfertig sind.
Man kann sich sehr leicht ausmalen, dass demnächst ein Punkt erreicht wird, wo gewissermaßen ein imaginären Schalter umgelegt wird und………………..
…..aber wie eingangs erwähnt, werde ich heute keine Prognose abgeben.


Azur Mallorca Inmobiliaria S.L.U. Ihr Immobilienmakler aus Mallorca
< https://www.azur-mallorca.com/ >

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